Bischofswerda: Chemie-Alarm im Freibad

Am Sonntag Vormittag bemerkten Anwohner und Polizei gegen 11 Uhr auf der Dresdner Straße unweit vom Freibad in Bischofswerda Chlorgeruch in der Luft. Sofort läuteten bei den anwesenden Beamten die Alarmglocken: Chlorgas, ein giftiger Stoff kann zu erheblichen Gesundheitsschäden führen. Infolge dessen wurden Passanten sofort in sichere Entfernung gebracht und umliegende Bewohner aus Ihren Wohnungen evakuiert. Zeitgleich setzten die Polizisten einen Notruf bei der Rettungsleitstelle ab, welche dann die Ortsfeuerwehr Bischofswerda alarmierte. Nachdem der Einsatzleiter den Sachverhalt abprüfte und den Gasgeruch ebenfalls feststellte, erhöhte man das Alarmstichwort auf „Gefahrgutunfall“. Die Ortswehr BIW rückte komplett mit allen Fahzeugen aus, außerdem kamen Spezialfahrzeuge aus Wilthen und Frankenthal zum Einsatz. Mit einem ABC-Erkundungskraftwagen (ErkKW) der Feuerwehr Frankenthal wurde die Umgebung um das Bad abgefahren und mit Beachtung auf Wind und Wetterlage der Gefahrenbereich von 300 Meter um den Austrittsort sofort untersucht. Hierbei stellte sich eine messbare, aber zum Glück noch nicht massiv schädliche Menge an Chlorgas in der Luft heraus. Gleichzeitig wurde eine Benebelungsanlage aufgebaut, welche das Chlorgas bis zur Abdichtung des Austrittsortes niederschlagen und binden sollte. Diese Maßnahmen dauerten mehrere Stunden. Währenddessen wurden mehrere Kameraden der Feuerwehr mit speziellen Chemiekalienschutzanzügen ausgestattet und in das Chlorlager geschickt. In Absprache mit dem Bademeister wurden hier die zu erst in Frage kommenden Gebäudeteile, wie der Pumpenraum, untersucht. Während dieser Maßnahmen stellten sich drei Chlorgasflaschen am Ventil als undicht heraus. Die übrigen Kameraden der anwesenden Feuerwehren bauten zeitgleich eine Dekontaminationsschleuse für die eingesetzten und kontaminierten Kräfte auf und nahmen diese in Betrieb. Nach Beendigung der Messungen im Gefahrenbereich rückte ein weiterer Trupp zur Abdichtung der Leckage vor. Um eine weitere Ausbreitung des Chlorgases auszuschließen, entschied sich die Einsatzleitung auch die Kellerräume der im Gefahrenbereich liegenden Häuser zu untersuchen. Zur medizinischen Absicherung und zur Betreuung der evakuierten Einwohner der Stadt Bischofswerda rückten die Kameraden der schnellen Einsatzgruppen (SEG) aus Kirschau und Bautzen mit mehreren Fahrzeugen an. Auch ein organisatorischer Leiter Rettungsdienst sicherte die kommunikative Ebene zwischen Einsatzleitung Feuerwehr und Einsatzleitung Rettungsdienst ab. Zum Glück war der gemessene Chlorgasgehalt in der Luft noch so gering und frühzeitig entdeckt worden, dass keine Personen von den Sanitätern behandelt werden mussten. Die Polizei sperrte die B6 während der stundenlangen Einsatzmaßnahmen voll ab. Im Einsatz waren die Feuerwehren Bischofswerda, Schönbrunn, Frankenthal, Geißmannsdorf, Wilthen, sowie die SEG Kirschau und Bautzen. Zur taktischen Unterstützung der Einsatzleitung rückten mehrere Kreisbrandmeister, sowie ein ABC-Fachberater an die Einsatzstelle an. Zur Versorgung der gesamten Einsatzmannschaft während des stundenlangen Gefahrguteinsatzes stellte die Firma Schiebocker Fleisch GmbH ihre Köstlichkeiten zur Verfügung (JL)

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