Offenbar keine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Großröhrsdorf




Lange Zeit war es ruhig im Rödertal. Während überall Flüchtlinge und ihre Unterbringung Gesprächsthema Nummer eins sind, hat man von den etwa 70 Personen in der Großröhrsdorfer Notunterkunft nichts mehr gehört. Bis am Montag Nachmittag bei der hiesigen Stadtverwaltung eine Nachricht einging, die Wellen schlug: In einer der ehemaligen Schüco-Hallen an der Pulsnitzer Straße sollen weitere Flüchtlinge einziehen. "Die Staatsregierung plant, das Gebäude innerhalb kürzester Zeit für die Aufnahme von momentan 700 Personen einzurichten.", so die Bürgermeisterin Kerstin Ternes auf der Homepage der Stadt Großröhrsdorf. Innerhalb weniger Stunden reihten sich Facebook-Posts aneinander, die das Vorhaben stark kritisierten. Am Donnerstag läd man zu einer Kundgebung ein, um gegen die Erstaufnahmeeinrichtung zu demonstrieren. "Aus Sorge um unsere Stadt und in Verantwortung für unsere Bürger sprachen sich der Stadtrat, die Bürgermeisterin und der Pfarrer gegen die Einrichtung dieser Erstaufnahme in dieser Größenordnung in Großröhrsdorf und für eine umfassende rechtliche Prüfung des Sachverhaltes aus", ist weiter auf der Website der Stadt Großröhrsdorf zu lesen. Man fordert nun von der Staatsregierung, dass die Bürger unverzüglich über das Vorhaben informiert werden. Währenddessen waren am Dienstag bereits Handwerker vor Ort, auch die Polizei war auf dem Schüco-Gelände vertreten.

In Großröhrsdorf wird es offenbar doch keine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber geben. Am Mittwoch Nachmittag bestätigte eine Sprecherin der Stadtverwaltung, dass der Eigentümer der ehemaligen Schüco-Hallen sein Angebot zur Nutzung als Flüchtlingsunterkunft zurückgezogen hätte. Gegenwärtig warte man auf eine Bestätigung seitens der Staatsregierung. Die geplante Informationsveranstaltung am heutigen Abend in der Drei-Felder-Turnhalle am Schulzentrum soll wie geplant um 19 uhr stattfinden.