Reichenbach/OL: Ausbildung für Gefahrguteinheiten

Großangelegte Einsatzausbildung am Samstag in Reichenbach bei Löbau. Im hiesigen Freibad probten rund 100 Einsatzkräfte das Zusammenspiel bei einer Großschadenslage. Simuliert wurde dabei ein Chlorgasaustritt in den technischen Anlagen des Bades. 23 Verletzte galt es zu versorgen. Dabei wurde jedoch weniger Wert auf die Zeit gelegt. „Wir achten heute besonders auf die richtige Technik und führen manche Schritte gern auch zwei Mal durch“, so Dietmar Frommelt, der den Feuerwehren als ABC-Fachberater zur Seite steht. Doch nicht nur die Feuerwehren waren aktiv. Verschiedene Einsatzzüge des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und des Malteser Hilfsdienstes (MHD) waren vor Ort. So waren die wichtisten Männer und Frauen des Tages vom Betreuungszug. Hier kümmerte man sich in einem seperaten Zelt um die Verpflegung der Kameraden. Das ist auch im Ernstfall so. Bei einem größeren Einsatz, wie beispielsweise dem Hochwasser, könne man die Einheit über die Einsatzleitung anfordern lassen. Eine eiserne Reserve was die Verpflegung angeht haben die Kräfte immer an Bord, um sofort loslegen zu können.

Die Ausbildungsstationen der einzelnen Hilfskräfte unterteilte man in mehrere Abschnitte. Zuerst mussten die Feuerwehrleute mit der Technik des Gerätewagen Gefahrgut GW-G Rohre der Chlorgasanlage abdichten und einen Wassernebel zum Niederschlagen der Gase aufbauen. Danach wurden die Abläufe abgedichtet und mit dem GW-G-Sachsen das simulierte Leck abgedichtet. Die dritte Station beinhaltete die Dekontamination von Einsatzkräften und von Patienten. Über die Dekon-P aus Weisswasser und Beiersdorf baute man zwei Dekon-Plätze auf. Zum einen für chemische Gefahrenstoffe, zum anderen Probehalber für atomare Kontaminationen.

Weiter ging es dann beim Rettungsdienst. Auf einer Wiese mussten etwa 15 Personen betreut und erstversorgt werden. Anschließend brachte man sie in Zelte, wo sie weiter stabilisiert und für den Abtransport bereitgestellt wurden. Auch Krisenintervention und Notfallseelsorge war ein Thema. Großen Wert legte man hier auch auf die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr. Der MHD sicherte wie bereits erwähnt die Verpflegung.

Ziel der Ausbildung war es, die Technik der Kameraden kennenzulernen, die Zusammenarbeit zu festigen und eine Großschadenslage wie diese den Kameraden näher zu bringen. Bleibt zu hoffen, dass sie niemals eintreten wird. (RL)