Rothenburg/OL: ABC-Übung mit der Bundeswehr

Am 13. Oktober 2012 wurde der Ernstfall eines Gefahrgutunfalls mit 150 Einsatzkräften und 12 Verletzten auf dem Flugplatz in Rothenburg/OL geprobt. Dabei stieß auf einer Landsstraße ein beladener LKW der Bundeswehr mit mehreren zivilen Fahrzeugen zusammen. Infolge des Zusammenstoßes trat eine ungewisse Menge einer nicht näher erkennbaren Flüssigkeit aus.

Sofort wurde der Gefahrgutzug Nord sowie ein Teil des Gefahrgutzuges Süd alarmiert. Aufgrund der erhöhten Gefahrenlage und der erschöpften Mittel der Feuerwehren wurde zudem das 4. ABC Abwehrbattaillon 7 mit zwei Fuchs Panzern als Erkundungsfahrzeugen alarmiert.

Nach einer ersten Lagemeldung aus der Ferne rückten dann die beiden Fuchs Panzer der Bundeswehr zu einer ersten Untersuchung vor Ort aus. Mit Messgeräten und Fernglas bestückt gingen diese auf genaue Erkundung und stellten hierbei die Anzahl der Verletzten, die Gefahrstoffnummer sowie eine grobe Schätzung einer Austrittsmenge des Gefahrstoffes fest. Ebenso wurden zur weiteren Untersuchung Proben entnommen. Im Anschluss daran wurden nach Ermittlung des Gefahrgutes, sowie des daraus resultierenden Kontaminationsbereich die Hilfszelte für die 12 Verletzten sowie die Dekontaminationsschleusen aufgebaut. Aufgrund des Gefahrstoffes war ein Betreten der Unfallstelle nur mit Pressluftatemschutzgeräten und Chemikalienschutzanzügen möglich. Um die Verletzten zu retten musste eine Wegstrecke von 100 Metern mit der Trage zu Fuß überwunden werden, bevor man sich samt den Verletzten durch die enge Dekontaminationsschleusen wagen konnte. Anschließend wurden die Verletzten in das Rettungszelt verbracht, wo sie einer fachgerechten Erstvorsorgung unterzogen wurden. Unterstützt wurden die deutschen Sanitätsdienste von zwei tschechischen Kollegen.

Während des gesamten Ausbildungs & Übungsszenarios waren ein Fachberater sowie ein Beobachter vor Ort, welche in schwierigen Situationen den Einsatzkräften ihre Vorschläge zur Vorgehensweise unterbreiteten. (JL)

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