Nieder-Seifersdorf: Tragödie auf der Autobahn

Am Samstagnachmittag hat sich auf der BAB 4 bei Nieder Seifersdorf ein folgenschwerer Verkehrsunfall ereignet, bei dem ein 68-Jähriger getötet und sieben weitere Personen verletzt wurden, fünf davon schwer. Ein Lkw war beinah ungebremst auf ein Stauende aufgefahren. Drei Autos und zwei Lkw waren in der Kollision beteiligt. Die Autobahn war beidseitig für Stunden gesperrt.

Der Rückstau hatte sich in Folge der Sperrung des Tunnels Königshainer Berge gebildet. An der Anschlussstelle Nieder Seifersdorf wurde der Reiseverkehr in Richtung Görlitz von der Autobahn abgeleitet. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zum Pfingstwochenende stauten sich die Fahrzeuge noch auf die Autobahn zurück.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen war der beladene Autotransport-Lkw (Fahrer m/43/leicht verletzt) etwa 800 Meter vor der Anschlussstelle Neider Seifersdorf nahezu ungebremst auf die stehenden Fahrzeuge aufgefahren. Hier traf er als erstes auf einen Audi A 6 Avant. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das Auto in die linke Fahrspur geworfen, schleuderte umher und prallte in die linke Leitplanke. In dem Audi befand sich eine fünfköpfige Familie. Während der 38-jährige Fahrer wie durch ein Wunder unverletzt blieb, wurden die 35-jährige Beifahrerin und ihre drei Kinder auf der Rückbank (m/11, m/9, w/3) schwerverletzt. An dem Auto entstand Totalschaden.

Der unfallverursachende Lkw prallte in der weiteren Folge auf einen VW Golf. Er schob dieses Auto nahezu vollständig unter einen voraus stehenden Sattelauflieger. In dem völlig zerstörten Fahrzeug saßen zwei Personen. Der 68-jährige Fahrer konnte nur noch tot aus dem Golf geborgen werden. Seine 66-jährige Beifahrerin wurde mit schwersten Verletzungen aus dem Unfallwrack befreit.

Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Sattelzug (Fahrer m/58/unverletzt) schlussendlich auf das Heck eines davor stehenden VW Passats gedrückt. Dessen 58-jährige Fahrerin verletzte sich leicht, der 56-jährige Beifahrer blieb unverletzt.

Die schwerverletzte 3-Jährige in Begleitung ihres Vaters und die lebensbedrohlich verletzte 66-Jährige wurden mit zwei Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen, die übrigen fünf schwerverletzten Personen wurden per Rettungswagen in die Krankenhäuser transportiert.

Mehr als 80 Rettungskräfte, Notärzte, Feuerwehrleute, Helfer des THWs und Polizeibeamte waren in Maßnahmen am Unfallort eingebunden. Allein die Berufsfeuerwehr Bautzen und die Freiwilligen Feuerwehren aus Nieder Seifersdorf, Buchholz-Tetta und Weißenberg waren mit 43 Kameraden im Einsatz. Das Technische Hilfswerk unterstützte mit 14 Helfern der Ortsgruppen Görlitz und Bautzen die Absicherungsmaßnahmen. Zwei Rettungs- und ein Polizeihubschrauber kamen zum Einsatz.

Im Zuge der Unfallaufnahme und Bergung der Fahrzeuge kam es zu weiteren Verkehrsbehinderungen. Da die Südröhre des Tunnels Königshainer Berge infolge des Brandes am Vormittag nachwievor gesperrt ist, wurden die Reisenden in Richtung Görlitz an der Anschlussstelle Weißenberg von der Autobahn abgeleitet. Über Reißaus und Niesky wurden sie nach Kodersdorf zur dortigen Autobahnauffahrt umgeleitet. Reisende in Richtung Dresden wurden an der Anschlussstelle Kodersdorf abgeleitet. Sie wurden nördlich der BAB 4 bis zur Anschlussstelle Bautzen-Ost geführt. Aufgrund des erheblichen Verkehrsaufkommens kam es auch auf den Umleitungsstrecken, besonders auf der B 115 bei Niesky, zu Behinderungen.

Die Autobahn blieb in Fahrtrichtung Görlitz bis in den späten Abend hinein gesperrt. Unfallgutachter und Spezialisten des Verkehrsunfalldienstes der Polizei haben die Ermittlungen am Unfallort übernommen. Der Reiseverkehr in Richtung Dresden konnte ab 20:15 Uhr wieder ungehindert die Autobahn befahren, auch die Nordröhre des Tunnels war da wieder passierbar.

Der in Summe entstandene Schaden wurde noch nicht umfassend beziffert, wird aber weit in die Zehntausende gehen.

Der Verkehrsunfalldienst der Polizeidirektion hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen. Zeugen, die Hinweise zum Unfall selbst oder zur Fahrweise des unfallverursachenden Autotransport-Lkws geben können, werden gebeten, sich an das Autobahnpolizeirevier Bautzen (Tel.: 03591 367-0) oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden.

(Textquelle: Polizeidirektion Görlitz | Fotos: Melanie Spies)

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