Polen/Bogatynia: Explosion in Großkraftwerk

Schweres Unglück am späten Abend in der polnischen Stadt Bogatynia: Im Braunkohle-Großkraftwerk Turow kam es zu einer größeren Explosion. Vermutlich ist hier ein Kessel hochgegangen. Der laute Knall war bis in benachbarte Städte an der Grenze zu Deutschland zu hören. Von Hirschfelde bis Großhennersdorf war beißender Brandgeruch zu vernehmen, eine riesige Rauchwolke wollen Augenzeugen gesehen haben. Gegen 22.30 Uhr stand  dann das Hauptgebäude in Flammen. Und auch anderthalb Stunden später schlagen immer noch Flammen aus dem Dach und Einsatzkräfte rücken nach. Vor dem Haupteingang tummeln sich polnische Medienvertreter, ein Einsatzfahrzeug nach dem anderen Fährt vom und wieder auf’s Betriebsgelände. Die polnische Polizei hält sich was Informationen bedeckt zurück. Bei den Reportern vor Ort spricht sich jedoch das Gerücht einer Kohlestaubexplosion herum. Ob jemand dabei verletzt wurde ist noch nicht bekannt. Genauso das genaue Ausmaß der Explosion. Fakt ist, dass ringsherum um den betroffenen Gebäudekomplex Teile der Wände verrußt sind und an vielen Stellen durch die Wucht der Explosion herausgerissen wurden.

Das Kraftwerk wurde 1962 in Betrieb genommen und ist heute das drittgrößte in Polen. Es produziert eine Gesamtleistung von 2000 Megawatt und versorgt so 7 Prozent des ganzen Landes. Inwieweit die Stromversorgung während und nach dem Unglück eingeschränkt war, ist nicht bekannt. (RL)

Zur Bildergalerie